Der Handel mit Textlinks gerät in Verruf
Der Kauf von Textlinks hat in den vergangenen Monaten signifikant zugelegt. Zahlreiche Webmaster buchen Verweise zu ihrer Webseite, um die Linkpopularität (PageRank) und damit ihr Suchmaschinenranking zu verbessern. Google deklariert die Linkhändler als Spammer, um dem regen Treiben ein Ende zu setzen und so manche SEO-Agentur würde den verängstigten Webmaster nur zu gerne behutsam in die Arme schließen.
Der Umstand, dass die Paid-Links häufig keine ehrliche Empfehlung, sondern schlichtweg Werbung darstellen, ist grundsätzlich nicht für Suchmaschinen-Robots erkennbar. Selbst das menschliche Auge kann bei einem reinen Textlink, der zum Beispiel in der Blogroll gesetzt wird und eine themenrelevante Seite zum Ziel hat, nicht zwischen bezahlt und unbezahlt unterscheiden. Wie will ein noch so optimierter Algorithmus das umsetzen?
Hier liegt Google’s derzeitig größtes Problem zur Erhaltung der Qualität ihres Bewertungsalgorithmus. Da gekaufte Links meist völlig willkürlich und ohne Beachtung von Thema und Inhalt der Webseiten gesetzt werden, wirkt sich dieser Umstand negativ auf die Qualität der Suchergebnisse aus.
In der Hilfe für Webmaster (bzw. den Richtlinien) stellt Google deshalb klar, dass das Kaufen / Verkaufen von suchmaschinenrelevanten Hyperlinks gegen die Regeln verstößt und mit Positionsverlusten in den Ergebnissen bestraft werden kann.
Der Handel mit Links ist im allgemeinen nicht “strafbar”, wenn dies zu Werbezwecken und nicht mit der Absicht der Manipulation von Suchergebnissen geschieht. In diesem Zusammenhang rät Google zu folgenden Maßnahmen:
- Hinzufügen des Attributs rel=”nofollow” zum <a>-Tag
- Weiterleiten der Links zu einer Zwischenseite, die über die robots.txt-Datei für Suchmaschinen gesperrt ist
Da diese Maßnahmen aber den Sinn und Zweck des Linkhandel nahezu entwerten und damit entbehrlich machen, stehen Portale wie Linklift und TextLinkAds vor einem Problem. Die Tatsache, dass Paid-Links immer häufiger als Einnahmequelle die Adsense-Anzeigen in kleinen Blogs ablösen, lässt übrigens die Annahme zu, dass es Google um mehr als den manipulierten Suchalgorithmus geht.
Versetzt man sich in die Lage von Google, ist die erfolgte Handlungsweise gut nachzuvollziehen. Linkhändler medienwirksam an den Pranger zu stellen und Webmaster zum Verpetzen aufzurufen stellen die wenigen Optionen des Suchmaschinenriesen in dieser Frage dar. Die Fachpresse (Internet World; ZDNet) nimmt dieses Thema gerne auf und schürt damit die Angst vieler Webseitenbetreiber.
Offensichtlich sehen einige SEO-Agenturen in diesem Umstand die Gelegenheit, die weiße Mütze aus dem Keller zu holen. Leicht irritiert nahmen wir so manche Aussage zur Kenntnis, die in der Presse geäußert wurden:
Seriöse Web-Marketing-Agenturen für Search Engine Optimization (SEO) […] wie Global Media lehnten den Linkkauf oder-tausch zur Aufwertung einer Webseite ohnehin ab.
“Wir begrüßen es, dass Google ein klares Zeichen gesetzt hat”, erklärt Axel Schönau, Managing Director Global Media. Die Agentur kenne auch andere effiziente und suchmaschinenkonforme Methoden, mit denen sehr gute Erfolge zu erzielen seien, um die Linkpopularity sowie den damit verbundenen PageRank natürlich zu erhöhen.
Quelle: absatzwirtschaft online
Was mit den anderen Methoden nun genau gemeint ist sei mal dahingestellt, da jede Maßnahme zur Erhöhung der Linkpopularity am Ende Google manipuliert, sorgt der Begriff “natürlich” für einen ironischen Beigeschmack in diesem Zusammenhang.
Dass es begrüßt wird, dass Google die Flucht nach Vorne ergreift und Blogger (auch bzw. besonders namhafte), die sich mit Linkverkauf ein bisschen was dazu verdienen, zum Abschuss frei gibt erachten wir weder als begrüßenswert noch seriös.
In diesem Zusammenhang ist das Thema Seriösität bei SEO-Agenturen ein echter Renner. Wer kann dem Kunden die weißeste Weste präsentieren und das auch kommunizieren? Dazu sei nur so viel gesagt: BlackHat (”unseriöse”) Methoden bei der Optimierung einer Webseite wie Cloaking, Hidden Content/Text/Links, KeyWord-Spam oder der Einsatz von Brückenseiten gehören allesamt zu den denkbar schlechtesten Herangehensweisen bei der Suchmaschinenoptimierung.
Aber wenn man sich an alle Regeln der Kunst halten würde, könnte man nur schwer professionelle SEO anbieten. Das Thema Linkkauf wird nun mit in die schwarze Schublade geschoben, mit den o.g. BlackHat-Methoden sollte man die Werbelinks aber nicht vergleichen.
Auch die SUMO GmbH hat erkannt, dass “mit bezahlten Links in den letzten Monaten ein reger Handel entstanden ist” und gibt dabei zu bedenken, dass der PageRank als Messgröße an Bedeutung verliere, ließe er sich einfach erkaufen. So fordern die Geschäftsführer Mathias Sieg und Christian Mauer die bezahlten Links nicht mehr in die Berechnung des PR mit einfließen zu lassen, was allerdings wie bereits ausgeführt, schier unmöglich ist.
Nach unserer Auffassung setzt sich der Bereich Linkbuilding aus zahlreichen Maßnahmen und Möglichkeiten zusammen. Bezahlte Links sind ein Mittel von vielen, um eine Website für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen zu optimieren, dabei ist eine thematische Übereinkunft zwischen Quell- und Zielseite aber unentbehrlich. Des Weiteren stellt der pure PageRank(PR)-Kaufrausch den falschen Weg dar. PR ist bereits seit langem nur noch ein Aspekt unter vielen, der etwas über die Wichtigkeit einer Seite verrät.
Seinen Fokus nur auf den Linkkauf zu setzen, bringt demnach außer der Gefahr einer Abstrafung durch Google relativ wenig. Eine gute Linkstruktur lässt sich anhand diverser Faktoren messen, dabei zählt die natürliche, im Idealfall pyramidenförmige, Linkstruktur zu den Hauptmerkmalen einer populären Verlinkung. Wer sich zu Beginn gleich hochmotiviert zehn PageRank 8 Links kauft und dann mal “laufen lässt”, ist schlichtweg auf dem Holzweg.
Auszug aus Google’s Hilfe für Webmaster:
Wenn Ihre Website fertig ist:
Sorgen Sie dafür, dass andere relevante Websites Links zu Ihrer Website enthalten.
Die Meinungen von SUMO GmbH sowie unserem Geschäftsführer der SearchLab GmbH finden Sie bei iBusiness, allerdings benötigen Sie zur vollständigen Anzeige des Artikels einen Premium-Account.












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24. August 2007 um 14:28
[…] Sache: Im Linkpreis-Blog haben wir einen längeren Beitrag zum Thema Textlinks mit dem Titel “Der Handel mit Textlinks gerät in Verruf” […]
24. August 2007 um 23:41
Netter Bericht, aber leider fuer mich nicht linkwuerdig, da du ja fast jeden deiner Links im Blogbeitrag mit nofollow maskiert hast…warum eigentlich? Willst du die Seiten nicht verlinken?
25. August 2007 um 17:14
Danke. Zu der Verlinkung: Wir verweisen ja auf die Seiten in Form von Links, demnach Verlinken wir sie ja. Dass viele mit “nofollow” maskiert sind, heißt ja nur, dass sie nicht suchmaschinenrelevant sind.
Vor allem Google ist auf unseren Link nicht angewiesen. Die Blog-Links sind übrigens allesamt ohne das “nofollow”-Attribut gesetzt.
Auch in unseren Kommentaren linken wir - im Gegensatz zu sehr vielen anderen Blogs - ohne die Maskierung.
Schade, dass das den Artikel gleich linkunwürdig für dich macht, aber trotzdem danke für’s Kompliment.
Schönen Gruß
27. August 2007 um 14:35
Ihr sprecht aus was ich denke, danke!
1. September 2007 um 12:20
Diskussionen über den Algorithmus von Suchmaschinen zum erkennen von gekauften Links gibt es ja in den einschlägigen Foren reichlich. Der Fakt ist und bleibt aber dass das Internet nun mal zu 95 Prozent Monetarisiert ist und dass es vielleicht 0,001 Prozent aller Webmaster es schaffen würden mit einer Webseite genau nach vorgegebener „Richtlinie“ auch in den Serps nach oben zu kommen. Die zwei Seiten der Medalie sind nun mal dass es die Suchmaschinen (Suchmaschine) natürlich stört, wenn ihr daily business von den Webmastern gestört wird, die nicht Werbung bei Ihr kaufen sondern den Algo erkennen und somit an der Tasche der Suchmaschinen vorbeiarbeiten. Andererseits füllen diese Webmaster das Netz mit kommerziellen Keywords, die wiederum dem Nutzer der Suchmaschinen die Webseiten liefern und somit können die Suchmaschinen wieder teuere Werbung verkaufen. Wenn jetzt jeder sich an die „Richtlinien“ hält, dann gäbe es keine kommerziellen Webseiten im Index und der Nutzer würde unter Markennamen XY nur die Firmenseite der Marke XY finden. Somit müsste diese Firma keine teuere Werbung kaufen und die Suchmaschine würde Pleite gehen! 90 Prozent der Seiten die im Netz vorne sind kaufen und verkaufen Links! Natürlich gehört klappern zum Handwerk und die Suchmaschinenbetreiber klappern ganz gerne mal ( ist ja auch OK).
2. September 2007 um 20:24
ich denke auch das es für eine suchmaschine schwer ist gekaufte links zu erkennen - außer eben die betrachtung der linkstruktur eine domain.
wenn eine webseite “viele” pr7 und pr6 und fast nichts anderes, kann das schon eine suchmaschine erkennen und danach handeln.
igor
18. September 2007 um 01:31
[…] paar interessante Artikel, Meinungen und Beobachtungen zu diesem Thema findet man z.B. im Blog von Link-Preis-Index, Fridaynite (zum ersten), Fridaynite (zum zweiten), Seonaut und […]
18. Oktober 2007 um 10:45
Daß gekaufte Links die Suchergebnisse verfälschen können, ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist, daß es für viele Seiten bzw. Themen unmöglich ist, auf natürliche Weise Backlinks zu erlangen. Wer verlinkt den freiwillig einen Shop oder die Webseite eines kleinen Bürodienstleisters? Niemand. Damit bleibt neben den umstrittenen und eher wenig nutzvollen Webkatalogeinträgen doch nur das Ertauschen und Erkaufen von Backlinks übrig. Hat man eine kommerzielle Präsenz, ist bereits das Tauschen ein Problem, da man eine Firmenseite schlecht mit Tauschlinks spicken kann. Was bleibt? Genau. Kaufen. Vielleicht sollte man das ganze System der Suchmaschine(n) erneuern und die eingehenden Links eben nicht mehr zur Berechnung der Position einer Seite heranziehen. Dann steigt auch die Chance für den Nutzer, die tatsächlich gesuchten Informationen *vor* Seite 3 der SERPs zu finden.
14. Dezember 2007 um 14:04
[…] Wort zu Google’s Webmaster-Gebot bezüglich des Verkaufs und Kaufs von (suchmaschinenrelevanten) […]